Meinungsfreiheit

Der BGH hat entschieden: Schüler dürfen ihre Lehrer auf dem Internet-Portal „Spickmich“ beurteilen. Und das sogar anonym. Eine ziemlich unfaire Angelegenheit, finde ich. Dieses Urteil wird mit dem Recht auf Meinungsfreiheit begründet. Da stellt sich mir doch die Frage, ob Anonymität und Meinungsfreiheit überhaupt in Einklang zu bringen sind. Ich meine, nein. Eine anonyme Meinung kann gar nicht frei sein, wenn niemand weiß, von wem sie stammt. Und außerdem: Wer das Recht auf freie Meinungsäußerung für sich in Anspruch nimmt, sollte auch den Mumm haben, zu seiner Aussage zu stehen.

Wenn aber dieses höchstrichterliche Urteil schon so gelten soll, dann ist die Lehrerschaft jetzt im Zugzwang. Sie könnten doch  ihrerseits ein Internet-Forum gründen, in dem sie – ebenfalls unter Berufung auf das Recht freier Meinungsäußerung – die Schüler beurteilen. Selbstverständlich auch anonym. Und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Eltern im Namen ihrer ungerecht behandelten Kinder Klage einreichen und womöglich die selben Richter „Recht“ sprechen sollen. Wie dann wohl das Urteil aussehen würde?

Oder was doch sicher auch ganz interessant wäre: Ein Richter-Beurteil-Forum. Jeder Bürger darf seine Meinung über Richter – natürlich anonym – kundtun. Ob die Ergebnisse wirklich so ausfallen würden, dass alle Richter damit leben können? Nun ja, sie würden es dann wohl müssen – denn eigentlich sollte doch noch immer der Grundsatz gelten:

Gleiches Recht für alle.

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